Das Elternforum ging am 12. Mai 2026 in die zweite Runde. Barbara Studer hat uns spannende Einblicke in die Hirnentwicklung der Kinder und Jugendlichen gegeben und uns aufgezeigt, inwiefern diese die mentale Gesundheit und die Nutzung von sozialen Medien beeinflussen – und umgekehrt.
Eine Hirnforscherin weiss, wie das Publikum am Abend noch präsent bleiben kann und hat mit den Gästen kurzerhand teilweise nicht ganz einfache, aber durchaus lustige, koordinative Übungen fürs Gehirn gemacht. Wunderbare Gesangseinlagen der Neurowissenschaftlerin lockerten den Abend auf.
Für viele Eltern dürfte die Erkenntnis, dass impulsives Verhalten von Kindern und Jugendlichen hirnentwicklungstechnisch gut erklärbar ist, ein Aha-Erlebnis gewesen sein. So wurde nachvollziehbar, weshalb Kinder und Jugendliche oft noch nicht über die nötige Selbstkontrolle verfügen, um eigenständig einen gesunden Umgang mit dem Smartphone zu entwickeln. Während das Emotionszentrum bereits früh gut entwickelt ist und Beziehungen sowie soziale Interaktionen ermöglicht, reift das Kontrollzentrum im Gehirn deutlich später. Dadurch werden Jugendliche einerseits besonders offen für zwischenmenschliche Beziehungen, andererseits aber auch anfälliger für die positiven und negativen Einflüsse sozialer Medien.
Barbara Studer machte eindrücklich deutlich, wie wichtig die Begleitung durch Eltern auf dem Weg zur Medienkompetenz ist. Ihre Empfehlung lautet: kein eigenes Smartphone vor dem 14. Lebensjahr und soziale Medien frühestens ab 16 Jahren. Gleichzeitig zeigte sie praxisnahe Alternativen auf – etwa smartphonefreie Zonen zu Hause, ein Tastenhandy für unterwegs oder ein Familiensmartphone mit festem Platz in einem gemeinsam genutzten Raum. Viele dieser Anregungen dürften bei den Teilnehmenden ihren Platz im persönlichen Werkzeugkasten des Elternseins gefunden haben.
Ein weiteres Thema des Abends war, was es mit Dopamin und dem Belohnungssystem auf sich hat – und was wir tun können, um nicht in die Dopamin-Falle zu tappen. Barbara Studer ermutigte, mehr zu singen, zu musizieren, zu tanzen, zu lachen, in die Natur zu gehen oder kreativ tätig zu sein, um unser Belohnungssystem ins Gleichgewicht zu bringen. Auch digitale Achtsamkeit könne dazu beitragen, bewusster mit Medien umzugehen.
Das gemeinsame Singen zum Abschluss sorgte nicht nur für gute Stimmung, sondern zeigte auch ganz praktisch, wie Verbundenheit und gemeinsames Erleben das Wohlbefinden stärken können.
Bei Kaffee und Kuchen wurde angeregt diskutiert. Barbara Studer, Maria Brasser, auch Neurowissenschaftlerin und Mitgründerin von Hirncoach, und Selin Homberger nahmen sich viel Zeit für Gespräche und Fragen. Wer nun Lust auf mehr Hirn hatte, konnte sich das Buch “Hirnpower” von Barbara Studer gönnen – mit Unterschrift.
Wir blicken dankbar auf diesen Abend und die wertvollen Impulse zurück. Wer sich weiter mit dem Thema beschäftigen möchte, findet auf der Webseite von Hirncoach zahlreiche Informationen sowie Angebote für Eltern und Lehrpersonen.
Ein herzliches Dankeschön gilt allen Interessierten – diesmal auch einigen Gästen von ausserhalb der Gemeinde – sowie dem gesamten Team von Hirncoach für diesen inspirierenden Abend.
